Was sind eigentlich Spannungebenen?

Das Stromnetz ist in Deutschland hierarchisch in sogenannte Spannungsebenen unterteilt. Eine Spannungsebene ist ein definierter Bereich, in dem der Strom mit einer bestimmten elektrischen Spannung transportiert und verteilt wird. Aber warum ist das eigentlich notwendig?
Warum gibt es überhaupt verschiedene Spannungsebenen?
Ziel ist es, den Strom möglichst verlustarm, effizient und sicher vom Kraftwerk/Stromerzeuger bis zum Verbraucher und zur heimischen Steckdose zu transportieren.
- Effizienz:
Hohe Spannungen ermöglichen es, große Strommengen über weite Strecken zu leiten, ohne dass viel Energie als thermische Energie/Wärme verloren geht. - Sicherheit:
Hohe Spannungen sind jedoch gefährlich für den Menschen und können von normale Haushaltsgeräte nicht gehandelt werden. Deshalb wird die Spannung vor dem Erreichen des Endkunden über Umspannwerke und Transformatorenstationen schrittweise herabgesetzt.

Die vier Spannungsebenen in Deutschland
Man unterscheidet im deutschen Stromnetz in vier Spannungsebenen:
- Höchstspannungsnetz - 220 bis 380 Kilovolt (kV)
Dieses Übertragungsnetz (auch Transportnetz) dient dem überregionalen Stromtransport über weite Strecken auch Länder-übergreifend und ist Teil des Europäischen Verbundnetzes. Es gibt in Deutschland vier Regelzonen. Als Regelzone wird ein räumlich abgegrenztes Netzgebiet bezeichnet, für das ein bestimmter Übertragungsnetzbetreiber verantwortlich ist. - Hochspannungsnetz - 110 kV
Die nachfolgenden Netzebenen bezeichnet man als Verteilnetz. Die Hochspannung als größte Spannungsbene innerhalb des Verteilnetzes sorgt für die Stromverteilung in Regionen und Ballungszentren. - Mittelspannungsnetz - 10 bis 30 kV
Verteilt den Strom regional in Städte oder ländliche Gebieten sowie an größere Gewerbebetriebe und Industrie. - Niederspannungsnetz - 230 V / 400 V
Hier spricht man auch vom Ortsnetz. Es handelt sich um die unterste Ebene der Verteilnetzes, die Haushalte oder kleine Betriebe und öffentliche Einrichtungen mit Haushaltsstrom versorgt.
Diese Definition ist auch gesetzlich abgebildet, zum Beispiel in der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV), welche die vier Spannungsebenen für die Abrechnung der Netznutzung festlegt.
MITNETZ STROM ist als Verteilnetzbetreiber für den Betrieb von Nieder-, Mittel- und Hochspannungsnetz in ihrer Versorgungsregion verantwortlich. Das Höchstspannungsnetz wird vom vorgelagerten Übertragungsnetzbetreiber verantwortet. In unserer Regelzone ist der zuständige Übertragungsnetzbetreiber die 50 Hertz Transmission GmbH.
Umspannwerke und Ortsnetzstationen ermöglichen den Übergang zwischen Spannungsbenenen
Der Übergang zwischen den verschiedenen Spannungsebenen erfolgt über Umspannwerke und Ortsnetzstationen. Das Herzstück eines Umspannwerks ist der Transformator. Er senkt die extrem hohe Spannung aus dem Übetragungsnetz (Höchstspannung) auf niedrigere Ebenen (wie Hoch- oder Mittelspannung) ab. In den Trafostationen wird der Strom weiter bis auf Niederspannung heruntertransformiert, die dann von den Haushalten verwendet werden kann.
