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Was ist eigentlich eine Spannungsumstellung?

Umspannwerk Jessen Mann Helm

Derzeit stellt MITNETZ STROM im Landkreis Mittelsachsen im Bereich des Umspannwerkes Kriebethal die Systemspannung des Mittelspannungsnetzes von 15 auf 20 Kilovolt (kV) um, siehe auch unsere Pressemitteilung dazu. Die Arbeiten sind für den Zeitraum vom 7. bis 18. September 2026 vorgesehen. Die betroffenen Kommunen werden seit Jahrzehnten über ein 15-kV-Netz versorgt. Mit der Umstellung wird das Netz auf die heute weit verbreitete 20-kV-Spannungsebene ausgerichtet.

Doch was versteht man eigentlich unter einer "Spannungsumstellung"? Spannungsumstellung bedeutet, dass ein bestehendes Stromnetz auf eine andere Spannungsebene ausgerichtet wird. Mehr zum Thema Spannungsebenen erfährst du in diesem Blogartikel.

Was bringt die Umstellung auf 20 kV?

Das Ziel ist es, Energieverluste zu verringern und somit mehr Strom transportieren zu können. Der physikalische Hintergrund: bei gleicher elektrischer Leistung sinkt bei einer höheren Spannung der erforderliche Strom. Dadurch fallen die elektrischen Verluste beim Transport in den Leitungen geringer aus. So kann über das Netz mehr elektrische Leistung übertragen werden. Die höhere Spannung schafft damit auch zusätzliche Reserven für die neuen Herausforderungen im Stromnetz.

Das Stromnetz wird gleichzeitig noch fitter für erneuerbare Energien, die seit Jahren eine zunehmende Belastung für die Verteilnetze darstellen, die dafür ursprünglich nicht ausgelegt waren. Erneuerbare Energien speisen immer mehr Strom ein. Gleichzeitig boomt der Anschluss neuer Verbrauchsanlagen. Dazu gehören beispielsweise zusätzliche elektrische Verbraucher für Wärme und Mobilität. Ein leistungsfähigeres Mittelspannungsnetz soll deshalb die notwendigen technischen Reserven bereitstellen. Die Spannungsumstellung ist damit Teil der langfristigen Weiterentwicklung des regionalen Stromnetzes.

Weitere Vorteile der Umstellung liegen außerdem im Netzbetrieb. 20 kV haben sich in Europa als gängige Spannungsebene für Mittelspannungsnetze etabliert. Eine stärkere Vereinheitlichung erleichtert die Planung, Beschaffung und den Einsatz standardisierter Netzkomponenten. Auch Wartung und Instandhaltung können dadurch effizienter organisiert werden. Damit sinken die Netzkosten, was letztlich den Stromkunden zu Gute kommt.

Anlage eines Umspannwerks auf einer sonnigen Wiese

Wie läuft eine Spannungsumstellung ab?

Eine solche Umstellung betrifft nicht nur einen einzelnen Schalter im Umspannwerk. Für die technische Anpassung müssen alle Ortsnetz-Trafostationen in den betroffenen Orten ertüchtigt werden. Teilweise müssen außerdem Mittelspannungskabel und -leitungen erneuert werden.

Die Arbeiten werden deshalb in mehreren Schritten und zeitlich abgestimmt durchgeführt. Im Landkreis Mittelsachsen sind dafür vom 7. bis 18. September geplante Versorgungsunterbrechungen notwendig. Die Abschaltungen beginnen grundsätzlich um 8 Uhr und sollen bis 15 Uhr dauern. Je nach Ablauf der Arbeiten kann es allerdings zu Verschiebungen der tatsächlichen Abschaltzeiten kommen.

Was bedeutet das für Haushalte und Unternehmen?

Für die betroffenen Stromkunden ist die wichtigste Konsequenz zunächst eine zeitweise Unterbrechung der Stromversorgung. Im Bereich des Umspannwerkes Kriebethal sind unter anderem Aitzendorf, Geringswalde, Hartha, Kriebethal und Waldheim sowie weitere Orte betroffen.

Während einer geplanten Versorgungsunterbrechung sollten empfindliche elektrische Geräte vorsorglich ausgeschaltet oder vom Stromnetz getrennt werden. Dazu gehören beispielsweise Computer und EDV-Anlagen, Fernseher und SAT-Anlagen, Heizungssteuerungen sowie Telefone. Erst nach der vollständigen Wiederherstellung der Stromversorgung sollten die Geräte wieder eingeschaltet werden. Wichtig ist außerdem: Auch während der Unterbrechung sind elektrische Anlagen grundsätzlich als unter Spannung stehend zu betrachten.

Ein Beispiel aus Mittelsachsen

Die geplante Umstellung im Bereich des Umspannwerkes Kriebethal zeigt, wie eine solche Maßnahme konkret aussieht: Ein über Jahrzehnte mit 15 kV betriebenes Mittelspannungsnetz wird auf 20 kV umgestellt. Dafür werden Netzkomponenten angepasst und teilweise Leitungen erneuert. Während der Arbeiten kommt es zu zeitlich geplanten Stromunterbrechungen.

Leitungen eines Umspannwerks

Für die Kunden ist die Umstellung damit vor allem während der Bauphase spürbar. Die Spannung von 20 kV liegt im Mittelspannungsnetz und nicht an der normalen Steckdose im Haushalt an. Die Maßnahme dient vielmehr dazu, die vorgelagerte Netzebene technisch weiterzuentwickeln. Langfristig soll das Netz dadurch mehr Leistung übertragen können und besser auf steigende Einspeisungen sowie neue elektrische Verbraucher vorbereitet sein.

Was bleibt nach der Umstellung?

Ist die technische Umstellung abgeschlossen, steht den Kunden wieder die reguläre Stromversorgung zur Verfügung. Die eigentliche Veränderung findet dabei vor allem im Mittelspannungsnetz statt. Für die Weiterentwicklung des Netzes bringt die neue Spannungsebene mehrere Vorteile: geringere Leitungsverluste bei gleicher übertragener Leistung, höhere Übertragungsfähigkeit sowie eine einfachere Planung und Instandhaltung mit standardisierten Netzbetriebsmitteln.

Damit ist eine Spannungsumstellung mehr als eine technische Anpassung. Sie ist ein Baustein für ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Verteilnetz. Gerade weil immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien eingespeist wird und gleichzeitig Wärmeversorgung und Mobilität zunehmend elektrifiziert werden, müssen die Verteilnetze Schritt für Schritt auf höhere Anforderungen vorbereitet werden.

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