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Für mehr Zukunftspower: Trafowechsel im Umspannwerk Finsterwalde

MITNETZ STROM investiert kontinuierlich in die Modernisierung des Stromnetzes und eine sichere und zukunftsfähige Energieversorgung. Allein in diesem Jahr investiert der Verteilnetzbetreiber mehr als 560 Millionen Euro. Zu den Maßnahmen gehören der Bau neuer Leitungen und Netzanschlüsse sowie die Erneuerung zentraler Anlagen. Ein aktuelles Beispiel ist das Umspannwerk Finsterwalde in Südbrandenburg.

Hier wird der Strom von der 110-Kilovolt-(kV)-Hochspannungsebene auf die Mittelspannungsebene transformiert. Bisher erfolgte die Umwandlung auf 15 kV. Im Zuge einer umfassenden Netzmodernisierung wurde das Umspannwerk jetzt auf den heutigen Standard von 20 kV umgestellt. Dafür tauschten die Kolleginnen und Kollegen einen 34 Jahre alten Transformator aus, der ausschließlich über einen 15-kV-Ausgang verfügte.

Der Trafowechsel in Finsterwalde ist weit mehr als der Austausch eines technischen Betriebsmittels. Mit der Umstellung auf 20 kV schaffen wir die Voraussetzungen für einen leistungsfähigeren, effizienteren und einheitlicheren Netzbetrieb.

Davon profitiert nicht nur die Versorgungssicherheit in der Region. Auch die Integration erneuerbarer Energien, neuer Speicher und zukünftiger Stromanwendungen wird erleichtert. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie wir unser Stromnetz Schritt für Schritt fit für die Anforderungen der Energiewende machen.

Projektvorlauf und Planung

Die kaufmännische Planung begann bereits Ende 2022. Grundlage war ein technisches Erfordernis im Zuge der Mittelspannungsumstellung. Besonders viel Zeit nahm die Beschaffung des neuen Transformators in Anspruch. Die Bestellung erfolgte im Juni 2023. Ursprünglich war die Auslieferung erst für Februar 2026 vorgesehen. Durch den Tausch von Fertigungsslots im Siemens-Werk Dresden konnte der Liefertermin jedoch auf September 2025 vorgezogen werden. Darüber freuten wir und alle Projektbeteiligten uns natürlich sehr.

Warum erfolgt die Umstellung auf 20 kV?

Die Umstellung auf 20 kV bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Zum einen folgt sie dem Ziel, die Spannungsebenen in den Mittelspannungsnetzen weitgehend zu vereinheitlichen. In Deutschland hat sich die 20-kV-Ebene als Standard etabliert. Dadurch werden Netzbetrieb und technische Planung vereinfacht.

Zum anderen erhöht die höhere Spannung die Leistungsfähigkeit des Netzes. Strom kann effizienter übertragen werden, Netzverluste werden reduziert und zusätzliche Kapazitäten geschaffen. Damit lassen sich neue Verbraucher sowie Erzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien besser integrieren.  Auch für den täglichen Netzbetrieb ergeben sich Vorteile. Betriebsmittel können standardisiert beschafft werden, Wartungsprozesse werden einfacher und Netzabschnitte lassen sich im Bedarfsfall flexibler schalten.

Die eigentliche Mittelspannungsumstellung im Raum Finsterwalde erstreckte sich über mehrere Monate im Sommer 2025. Der Trafowechsel im Umspannwerk erfolgte anschließend im Oktober und dauerte insgesamt rund drei Wochen. 

Last but not least - die letzte 15-kV-Umstellung im Brandenburger Netzgebiet

Das Projekt in Finsterwalde hat für MITNETZ STROM eine besondere Bedeutung. Mit der Umstellung verschwindet die letzte verbliebene 15-kV-Spannungsebene im Brandenburger Netzgebiet. Damit ist ein wichtiger Schritt hin zu einer einheitlichen Netzstruktur abgeschlossen.

„Es ist für uns im Brandenburger Netzgebiet die letzte Umstellung von 15 kV auf 20 kV. Das bedeutet für uns eine Vereinheitlichung in der Geräteauswahl und Betriebsführung. Da sind wir schon stolz drauf, das ist ein Meilenstein.", freut sich Ralf Krüger, der zuständige Projektmanager Hochspannung bei MITNETZ STROM.

Logistische Herausforderung beim Trafowechsel

im_Vordergrund_Transformator_im_Hintergrund_ein_Strommast

Der Austausch des Transformators war mit einigem Aufwand verbunden. Zunächst musste das alte Gerät demontiert und abtransportiert werden. Erst anschließend konnte der neue Transformator eingebracht, aufgestellt und angeschlossen werden.

Da der neue Trafo über die doppelte Leistung verfügt, mussten zusätzlich die Sammelschienen für die 20-kV-Leistungsabführung verstärkt werden. Hierfür kamen stärkere Kupferschienen zum Einsatz. Das erhöhte den Montageaufwand gegenüber einem herkömmlichen Trafowechsel deutlich.

Gleichzeitig schafft die höhere Leistungsfähigkeit zusätzliche Reserven für die Zukunft. Das Netz im Raum Finsterwalde kann steigende Anforderungen künftig noch besser bewältigen. Dazu gehören beispielsweise neue Einspeiseanlagen aus erneuerbaren Energien, Batteriespeicher oder ein wachsender Strombedarf durch die zunehmende Elektrifizierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Am Gesamtprojekt waren zahlreiche Kolleginnen und Kollegen beteiligt. Neben MITNETZ STROM unterstützte eine Elektromontagefirma bei den Anschlussarbeiten und der Anpassung der Sammelschienen. Dank der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten verlief der Wechsel reibungslos.

Nachhaltigkeit durch Weiterverwendung

Auch beim Ausbau der Netzinfrastruktur spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Neben dem Trafo-Hersteller und der Spedition war deshalb auch ein Montageteam des Käufers des alten Transformators beteiligt. Statt verschrottet zu werden, erhält der bisherige Trafo ein zweites Leben: Mit seinen technischen Parametern eignet er sich für das Umspannwerk Hennigsdorf beim Schwester-Netzbetreiber E.DIS.

Dort wird er weiterhin zuverlässig seinen Dienst leisten. So kann die Anlage bis an ihr technisches Lebensende genutzt werden und wertvolle Ressourcen bleiben erhalten.s

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