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2015

Sechs Holzwürfel auf einer Zeitung bilden das Wort „Presse

MITNETZ STROM sorgt für Netzstabilität

  • Netzsicherheitsmanagement greift während Sturmtiefs Elon und Felix
  • Zahl der Eingriffe in 2014 weiter gestiegen

MITNETZ STROM musste die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien jüngst bei den Sturmtiefs Elon und Felix enorm drosseln. Insgesamt musste die Einspeisung 27 Mal heruntergefahren werden. Schwerpunkt war die Netzregion Brandenburg im Gebiet Jessen-Herzberg-Falkenberg. Am vergangenen Wochenende wurden zu Spitzenzeiten insgesamt 250 Megawatt abgestellt, um die Netzsicherheit zu gewährleisten. Dies entspricht dem Leistungsbedarf einer größeren Stadt wie beispielsweise Leipzig.

„Übersteigt die Einspeiseleistung den Verbrauch deutlich, kann das zu Netzüberlastungen führen. Mit dem Netzsicherheitsmanagement greifen wir in das Netz ein; fahren zunächst konventionelle Energieanlagen herunter, danach erneuerbare Energien wie Wind-, Photovoltaik- und Kraft-Wärmekopplungs-Anlagen. Damit stabilisieren wir das Netz", so Dr. Adolf Schweer, Technischer Geschäftsführer der MITNETZ STROM.

Dass die Eingriffe in das Netz durch den Zubau erneuerbarer Energieanlagen deutlich ansteigen, zeigen die Zahlen des vergangenen Jahres. 2014 musste der enviaM-Netzbetreiber 274-mal in das Netz eingreifen. Dies entspricht einer Steigerung von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr (160-mal). Am häufigsten musste die Stromerzeugung in den Netzregionen Brandenburg (160-mal) und Sachsen-Anhalt (104-mal) heruntergefahren werden. Schwerpunkte waren die Regionen Jessen-Herzberg-Falkenberg, Ortrand-Bernsdorf und Aschersleben-Köthen-Bernburg-Dessau.

„Um eine ständige Überlastung zu vermeiden, muss sich der Ausbau der erneuerbaren Energien stärker nach dem Ausbau der Netze richten", so Schweer weiter.

MITNETZ STROM arbeitet seit Jahren mit Hochdruck am Ausbau und der Verstärkung der Netze und Anlagen, um die bestehenden Netzengpässe zu beheben. „In 2014 konnten wir die erneuerte Hochspannungsleitung zwischen Falkenberg und Jessen in Betrieb nehmen. Auch 2015 werden sich unsere Aktivitäten auf den Raum Jessen konzentrieren. Unter anderem beginnen wir voraussichtlich mit dem Ersatz der Hochspannungsleitung in Richtung Elster und setzen den Bau der Hochspannungsschaltanlage für das neue Umspannwerk Jessen/Nord fort", so Schweer weiter.

Um die Eingriffe zum Netzsicherheitsmanagement weiter zu reduzieren, wird außerdem ein Höchstspannungstransformator im Umspannwerk Ragow gewechselt. Darüber hinaus wird in 2015 mit dem Umbau der Hochspannungsschaltanlage im Umspannwerk Uckro begonnen, um zusätzliche Kapazitäten im Netz zu schaffen. Ein weiterer Engpass wird in Sachsen-Anhalt beseitigt, indem Teile der Hochspannungs-Doppelleitung von Marke in Richtung Bitterfeld zu einer Vierfachleitung ausgebaut werden.

Probleme bereiten MITNETZ STROM unverändert die langen Planungs- und Genehmigungszeiten. Zudem verzögern Bürgerproteste gegen den Netzausbau die Umsetzung zusätzlich.

Pressekontakt

Evelyn Zaruba
stellvertretende Pressesprecherin
Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH
T 0371 482-1748
Evelyn.Zaruba@mitnetz-strom.de 
I  www.mitnetz-strom.de

Stichwort Netzsicherheitsmanagement

Im Rahmen des Netzsicherheitsmanagements ist es Netzbetreibern gestattet, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien herunterzufahren, wenn eine Überlastung des Stromnetzes droht. Grundlage bildet das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).

Bei der MITNETZ STROM erfolgt die Drosselung der Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien per Funksignal oder über eine fernwirktechnische Anbindung über die zentrale Schaltleitung in Taucha bei Leipzig. Die Anlagenbetreiber erhalten vom Netzbetreiber für die Verringerung der Einspeiseleistung bei Vorliegen eines Netzengpasses eine Entschädigung als Ausgleich für die nicht eingespeiste Energie.

Weiterführende Angaben zum Netzsicherheitsmanagement sind im Internet unter www.mitnetz-strom.de, Stromnetz, Stromerzeugung, Betrieb, Netzsicherheitsmanagement oder Unternehmen, Zahlen & Fakten, Netzsicherheitsmanagement abrufbar.

Hintergrund

Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH (MITNETZ STROM) mit Sitz in Halle (Saale) ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM). Als größter regionaler Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland ist MITNETZ STROM unter anderem für Planung, Betrieb und Vermarktung des enviaM-Stromnetzes verantwortlich. Das durch die MITNETZ STROM betreute Stromverteilnetz hat eine Länge von rund 74.000 Kilometern und erstreckt sich über Teile der Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. MITNETZ STROM stellt die Stromversorgung für 2,3 Millionen Einwohner in Ostdeutschland sicher.