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Gemeinsam für den Netzausbau in Ostdeutschland - NAP 2019

Monteur im roten Overall klettert im Gegenlicht auf einen Hochspannungsmast

Der Anteil an Ökostrom am Stromverbrauch wächst stetig. Um eine nachhaltige Entwicklung mit mehr Sicherheit und Stabilität in den Netzen gewährleisten zu können, schlossen sich mehrere Flächennetzbetreiber Ostdeutschlands zusammen. Gemeinsam gründeten diese 2012 die Arbeitsgemeinschaft Flächennetzbetreiber Ost (ARGE FNB OST). Zusammen wollen sie in Nordostdeutschland, ein „Labor der Energiewende“ schaffen, eine Modellregion, für die in gemeinsamen Forschungs- und Pilotprojekten Lösungen für einen sicheren, zuverlässigen Systembetrieb entwickelt werden. Zu den Mitgliedern zählen die Unternehmen MITNETZ STROM, ENSO NETZ GmbH, Dresden, E.DIS Netz GmbH, Fürstenwalde/Spree, AvaconNetz GmbH, Helmstedt, TEN Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG, Erfurt, WEMAG Netz GmbH, Schwerin sowie die Netze Magdeburg GmbH.

Netzausbauplan 2019

Um ihrem Ziel – eine Energiewende durch effizienten Netzausbau – einen Rahmen zu geben, haben die Verteilnetzbetreiber (VNB) ihren Netzausbauplan 2019 (NAP 2019) für das Hochspannungsnetz veröffentlicht. Allerdings bedeutet Netzausbau nicht nur, dass neue Leitungen gebaut werden, sondern auch, dass die bestehenden Netze zu modernisieren sind. Der Netzausbauplan NAP 2019 berücksichtigt einen Zeithorizont bis zum Jahr 2030. Um richtige Prognosen bezüglich der Erzeugungs- und Lastentwicklung treffen zu können, orientieren sich die Netzbetreiber an dem Netzentwicklungsplan 2030 (Version 2019). Diese werden mit Hilfe von lokalen Analysen und eigenen Abschätzungen der beteiligten Verteilnetzbetreiber ergänzt.

Geplante Maßnahmen für Ostdeutschland 

Nach aktueller Planung müssen in der Region zwischen Ostseeküste und Thüringer Wald bis zum Jahr 2030 elf Netzverknüpfungspunkte zwischen Verteil- und Übertragungsnetz neu errichtet und 29 Verknüpfungspunkte verstärkt werden. Zusätzlich müssen bis zum Jahr 2030 im Hochspannungsnetz insgesamt 526 Kilometer Trassen neu errichtet und 2.156 Kilometer Trassen verstärkt werden. Trotz der stetigen Investitionen in Erneuerung und Erweiterung der Netze, wächst der Bedarf an weiteren Netzverstärkungs- und Netzausbaumaßnahmen immer weiter.   NAP2019 Ausbaumaßnahmen

Prognose für 2030

Schon heute übersteigt in zahlreichen Verteilnetzbereichen die Stromerzeugung den dortigen Verbrauch um ein Vielfaches. Im Jahr 2030 werden in den im NAP 2019 betrachteten Verteilnetzen 57 Gigawatt (GW) Erzeugungsleistung angeschlossen sein, wovon rund 50 GW aus Erneuerbaren Energien stammen werden. Nach Berechnungen werden im Jahr 2030 somit fast 90 Prozent der installierten Erzeugungsleistung in den Netzen der ARGE FNB Ost aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

Dabei gilt, dass auch zukünftig der größte Teil der Erzeugungsleistung im Verteilnetz angeschlossen sein wird. Rückspeisungen in die Übertragungsnetze werden voraussichtlich deutlich häufiger und mit größeren Leistungswerten auftreten, als dies aktuell der Fall ist. Die Flächennetze werden damit zu Flächenkraftwerken, die Übertragungsnetze nehmen hierbei weiterhin ihre verbindende Funktion ein. Nur in wenigen Fällen ist eine Verzögerung der Netzbaumaßnahmen über 2030 hinaus. Zudem sind noch die technischen, gesetzlichen, regulatorischen und wirtschaftlichen Randbedingungen zu setzen.

Was bedeutet der NAP 2019 für die Energiewende?

Im Rahmen der Energiewende wird die überwiegend zentrale Energieerzeugung durch große Kraftwerke von einer dezentralen, dargebotsabhängigen Einspeisung regenerativer Energien in die Verteilnetze abgelöst. Aufgrund der CO2-Minderungsziele für verschiedene Sektorenwird es in Zukunft zu einer verstärkten Elektrifizierung des Verbrauches kommen. Diese Herausforderungen betreffen vor allem die Verteilnetze, deren Bedeutung für die Systemstabilität der Energieversorgung entsprechend wächst.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die ARGE FNB Ost gemeinsam neue Lösungen entwickelt, um die Versorgungszuverlässigkeit und Netz- sowie Systemstabilität auch in Zukunft zu gewährleisten. Eine sinnvolle Strukturierung und Planung ist dabei von großer Bedeutung. Die Koordination der hohen und nur schwer prognostizierbaren Erzeugungsleistung sowie die Nutzung von Flexibilitäten für die Systemstabilität erfordern einen intelligenten Netzbetrieb, der auf Schwankungen unmittelbar reagiert und vorausschauend plant.
Um dies gewährleisten zu können, ist ein stetiger Datenaustausch zwischen allen Beteiligten notwendig. Dieser benötigt einen verlässlichen rechtlichen und regulatorischen Rahmen sowie geeignete sichere Kommunikationsstrukturen. Die nun vorgelegten Ergebnisse des NAP 2019 der ARGE FNB Ost sind ein konkreter Beitrag zur gemeinsamen weiteren Netzentwicklung in Nordostdeutschland. Dieser wurde getreu ihrem Leitmotiv veröffentlicht:

„Gemeinsam sicher. Sicher gemeinsam.“ 

Der NAP 2019 steht hier zum Download bereit.

Weitere Informationen über die ARGE FNB Ost

Die zusammen initiierten Projekte der ARGE FNB Ost reichen thematisch von Lösungen zu intelligentem Lastmanagement in Bezug auf Elektromobilität bis hin zu Fragen der Spannungshaltung und künftiger Regelleistungserbringung. Ergebnisse und Erkenntnisse dieser bislang bundesweit einmaligen Zusammenarbeit werden auf der Website www.arge-fnb-ost.de zur Verfügung gestellt.