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Wie man ein Stromkabel unter einem Fluss verlegt

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Was lange währt, wird ewig gut. Eine bereits in 2018 begonnene Baumaßnahme bei Tanneberg - Falkenhain nahe Mittweida wird derzeit abgeschlossen. Wegen verschiedener Herausforderungen gab es immer wieder Verzögerungen und die Arbeiten waren alles andere als einfach. So musste sogar ein Fluß unterquert werden. 

Innovatives Spülbohrverfahren und viele Herausforderungen

Jörg Naumann, Leiter der Mittel- und Niederspannung bei MITNETZ STROM, erinnert sich: „Das Besondere bei diesem Projekt waren die Boden- und Geländebeschaffenheit sowie die notwendige Querung des Flusses Zschopau. Im Maximum müssen wir zirka 80 Meter Höhenunterschied auf einer Länge von 500 Meter überwinden. Das konnten wir nur mit dem gesteuerten Spülbohrverfahren schaffen. Dabei bohrt sich die Maschine durch gewachsenen Fels. Im August 2018 war das  bei bis zu 34 Grad Celsius Außentemperatur eine echte Herausforderung.“

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Problematisch waren auch die großen Unregelmäßigkeiten in der Bodenstruktur unterhalb des Flusses. Sedimentablagerungen größer 2,5 Meter und Felsverfüllungen vermutlich aus der Zeit des Talsperren Baus 1927 hatten erhebliche Kraftaufwendungen und eine komplexe Bergung des Bohrkopfes zur Folge. Eine komplete Nutzung der Bohrung konnte daher erst jetzt verzögert erfolgen. 2019 konnten wir aufgrund behördlicher Auflagen die privaten Waldwege zum Fluss nur bedingt nutzen, da die Waldeigentümer Vorrang hatten. Sie mussten Fichten mit Borkenkäferbefall bergen und abholzen.

Die Mitarbeiter der beauftragten Vertragsfirma, Baugrunderschließung Grimme GmbH aus Meuselwitz, arbeiteten seit Anfang August 2018 auf der Baustelle und unterstützten unsere Kollegen bei weiteren Entscheidungen.


Neues Kabel für mehr Versorgungssicherheit

Am 15. April 2020 wurde nun zwischen den Mittweidaer Ortsteilen Tanneberg und Falkenhain die neue Mittelspannungskabelverbindung unter der Zschopau erfolgreich eingezogen. Der Netzbetreiber ersetzt dabei die Mittelspannungsfreileitung zwischen Tanneberg und Falkenhain. "Ziel ist, zukünftige Störungen auf Grund von Unwettern auf der Freileitung zu vermeiden. Zudem entfallen die erheblichen Aufwendungen der Trassenfreihaltung an den bewaldeten Steilhängen.“ ergänzt Naumann.

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Die Kosten beliefen sich auf rund 430.000 Euro. Von der Baumaßnahme und einer sicheren Stromversorgung profitieren rund 7.200 Kunden in Teilen von Mittweida sowie in Ringethal, Weinsdorf, Erlebach, Falkenhain, Tanneberg, Crossen und Erlau. „Wir sind zufrieden und froh, dass wir die Baumaßnahme abschließen können. „Die gewonnenen Erfahrungen werden wir fachlich teilen und in perspektivischen Planungen einfließen lassen. Ein dickes Dankeschön an meine Kollegen, die zum Teil mit komplett neue Aufgaben betreut sind, fürs Mit(Netz)ziehen“, schließt Naumann ab.

Das Projekt im Film

Mittelsachsen TV hat die Highlights dieses besonderen Projekts in einem kleinen Film festgehalten, welchen Sie unten ansehen können.


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