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Wie wir Sturmtief Ignatz bewältigt haben

Heftige Orkanböen, umgestürzte Bäume, blockierte Straßen. Am 21. Oktober 2021 ist das schwere Sturmtief „Ignatz“ über ganz Deutschland gezogen und hat zu zahlreichen Beschädigungen und massiven Stromausfällen auch im Netzgebiet der MITNETZ STROM geführt. 

 

Sturm beschädigt Leitungen und führt zu Stromausfällen

Ursache der Störungen waren meist umgestürzte Bäume und herabfallende Äste. Die Bäume trugen oft noch ihr volles Laub und hatten somit eine größere Windangriffsfläche und eine hohe Last im Kronenbereich. Dadurch rissen und fielen zahlreiche Stromleiterseile. Des Weiteren kam es zu Mastumbrüchen und anderen Beschädigungen von Strommasten.

In der Spitze um die Mittagszeit waren 57.949 Kunden ohne Elektrizität. Insgesamt gab es rund 300 Störungen im Hoch-, Mittel- und Niederspannungsbereich. Schwerpunkt des Störgeschehens waren die Regionen südlich von Leipzig, Mittelsachsen sowie Brandenburg um Klein Gaglow.

 

Wie wir uns vorbereitet haben

MITNETZ STROM ist sich seiner hohen Verantwortung für die Sicherheit der Stromversorgung bewusst. Daher treffen wir bereits im Vorfeld derartiger Großereignisse verschiedene Vorkehrungen, so auch beim Sturmtief Ignatz.

Bereits in den Tagen zuvor haben wir ins intern zu vorbereitenden Maßnahmen abgestimmt. Planmäßige Arbeiten wurden überwiegend abgesagt, um genügend Kollegen für die zu erwartenden Störungen vorzuhalten.  Außerdem haben wir frühzeitig alle betroffenen Kollegen, Rahmenvertragsfirmen sowie unsere Call-Center sensibilisiert.

Als es dann am 21.10.2021 soweit war und der Sturm über das Netzgebiet wütete, haben wir um 11.30 Uhr eine intern definierte  Eskalationsstufe ausgerufen. So konnten wir kurzfristig zusätzliches Personal für Disposition, Schaltleitung, Call-Center, Pressestelle und von unseren Rahmenvertragsfirmen aktivieren. Mit Störungseintritt standen daher genügend Mitarbeiter für Störungseingrenzung, Netzumschaltung sowie Verkehrssicherungsmaßnahmen und Aufnahme/Analyse der Störungen bereit.

 

Wie wir die sturmbedingten Störungen bewältigt haben

Alle mobilisierten Mitarbeiter der MITNETZ STROM und unserer Rahmenvertragsfirmen waren dann unermüdlich im Einsatz, um die Stromversorgung schnellstmöglich wiederherzustellen. Dabei wurden unter anderem auch sechs Netzersatzanlagen zur mobilen Stromversorgung eingesetzt. 

Nachdem am Mittag die Spitze der Störungen erreicht war, konnten wir bereits am Nachmittag die Hälfte Versorgungsstörungen wieder beheben. Am frühen Abend war ein Großteil der Kunden wieder versorgt. Lediglich in den Landkreisen Bautzen, Leipzig und Spree-Neiße zogen sich die Störungen länger hin. Eine Hauptursache war, dass unsere Mitarbeiter die Anlagen und Leitungen zum Teil nicht erreichen konnten, da Waldgebiete aufgrund umgestürzter Bäume nicht befahrbar waren. Die einsetzende Dunkelheit erschwerte in der Nacht zum Freitag die Arbeiten zusätzlich. 

 

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm

Derartige Großereignissen werten wir stets im Nachhinein aus: Was ist gut gelaufen, was können wir beim nächsten Mal noch besser machen?

Maik Rudolf, Leiter Realisierung MS/NS/UW bei MITNETZ STROM zieht ein positives Fazit: "Trotz der hohen Zahl unversorgter Kunden und den teils massiven Beschädigungen haben wir das Ereignis gut bewältigt. Die meisten Störungen konnten wir vergleichsweise schnell beseitigen. Hier haben sich unsere eingespielten Prozesse (siehe dazu auch unsere Artikel zum Krisenmanagement), die rechtzeitige Vorbereitung und enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten bewährt.

Besonders erfreulich waren die hohe Professionalität, Zuverlässigkeit und Motivation unserer Kollegen als auch unserer Partnerfirmen. Hervorheben möchte ich auch die gegenseitige Unterstützung bei Personal, Fahrzeugen und Technik. Auch die Materialverfügbarkeit aus unserer Störreserve war stets gegeben. Unser Lager konnte Bedarfe kurzfristig problemlos zur Verfügung zu stellen. Sehr hilfreich war während Eskalationsstufe auch der enge und regelmäßige Austausch zwischen Betrieb, Schaltleitung, Pressesprechern und Call-Center."

 

Online-Störungsinformation von Kunden gut angenommen

Bei größeren Versorgungsausfällen rufen meist überproportional viele Kunden auf unserer Entstörungsnummer an. Trotz personeller Verstärkung in den Call-Centern ist dann mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Daher informieren wir seit einiger Zeit bei Großstörungen auch auf unserer Webseite, um Wartezeiten für die Kunden zu vermeiden. Über die eigentliche Internetseite wird dann eine auffällige Lightbox (siehe Bild oben) geschalten.

Betroffene Kunden haben hier die Möglichkeit, sich an Hand ihrer Postleitzahl zu informieren, ob bei Ihnen zu Hause eine Störung vorliegt und wie lange deren Behebung voraussichtlich dauert. Dieser Service wurde allein beim Sturmtief Ignatz von mehr als 7.300 Kunden in Anspruch genommen. Diese können eine Störung zudem auch bequem online melden. Übrigens steht der Onlineservice auch unabhängig von größeren Ereignissen jederzeit zur Verfügung: Portal Versorgungsunterbrechung