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EU-SysFlex – Gestaltung der Energieversorgung in Europa

Windrad aus Froschperspektive mit Sonne und Wolken
Die Energiewende findet nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU statt. Ob Madrid, Amsterdam oder Chemnitz, die Auswirkungen der Energiewende sind überall dieselben, wenn auch regional unterschiedlich stark ausgeprägt.

Immer mehr dezentrale Einspeiser von regenerativer Energie wie Photovoltaik und Wind gehen ans Netz. Gleichzeitig nimmt der Anteil zentraler, konventioneller Großkraftwerke ab. Das hat zur Folge, dass deren traditionelle Aufgabe zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit, zum Beispiel die Spannungshaltung, zunehmend wegfällt. Diese Aufgaben müssen nun die neuen Energiequellen übernehmen.


Mehr Akteure im Netz - mehr Komplexität

Die regenerativen Energien sind vorrangig im Verteilnetz wie dem der MITNETZ STROM angeschlossen. Demgegenüber waren konventionelle Kraftwerke überwiegend an das vorgelagert Übertragungsnetz angebunden. Auch ist die Anzahl der ins Netz einspeisenden Erzeuger erheblich höher als früher, als es nur einige wenige zentrale Kraftwerke gab. Allein im Verteilnetz der MITNETZ STROM sind 2018 fast 45.000 Einspeiser eingebunden gewesen. 


Im Ergebnis bedeutet dies, dass heute nicht nur andere, sondern auch sehr viel mehr Akteure als vor der Energiewende beteiligt sind. Dazu kommt, dass das deutsche Stromnetz nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern Teil des europäischen Verbundnetzes ist. Um trotzdem die Sicherheit des Gesamtsystems Stromversorgung zu gewährleisten, ist eine europaweite und über alle Netzebenen abgestimmte Koordination zwingend erforderlich. 


Europäisches Gemeinschaftsprojekt

Genau darum geht es im europäischen Förderprojekt „EU-SysFlex“ („European system with an efficient coordinated use of flexibilities for the integration of a large share of RES”). Hier wird die Einbindung der Verteilnetze und der an ihnen angeschlossenen Einspeiser in verschiedenen Demonstratoren (Pilotnetzen) technisch untersucht.

eu-sysflex logo
 
Dazu haben sich 34 Partner aus 15 Ländern zusammen geschlossen und erarbeiten gemeinsam eine Roadmap für die EU-Kommission zur Gestaltung der regulatorischen Ordnung des Energiesystems der Zukunft. Ziel ist es, die Versorgungszuverlässigkeit im zukünftigen Energiesystem auch mit einem hohen Anteil an Erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Diese Roadmap wird zum großen Teil aus den Erkenntnissen von sieben Demonstratoren in unterschiedlichen Ländern erarbeitet.

MITNETZ STROM arbeitet in dem Projekt eng mit innogy zusammen und  betreibt dabei den „Deutschen Demonstrator“. Dessen Ziel ist die Bereitstellung von Flexibilitäten aus dem Hochspannungsnetz an das Höchstspannungsnetz bzw. Übertragungsnetz, ohne dabei das Verteilnetz negativ zu beeinflussen.  


Über das Förderprojekt

Die Projektförderung durch die Europäische Kommission für das Gesamtkonsortium beträgt 20 Mio.€ . Die Projektlaufzeit des im November 2017 gestarteten Projektes beträgt 48 Monate. Das nachfolgende Video gibt einen vertieften Überblick über Strukturen und Ziele von EU-SysFlex. Weitere Informationen können auf der Webseite www.eu-sysflex.com abgerufen werden.