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Viel Wind um die Windenergie: Eingriffe ins Stromnetz notwendig

windkrafträder david köster
Erst vor wenigen Tagte fegte Orkantief „Sabine“ durch Deutschland und sorgte auch im Netzgebiet der MITNETZ STROM für einige Stromausfälle. Das Jahr 2020 beginnt also wie 2019 endete: mit viel Wind.

Im vergangenen Jahr hat der Wind im Netzgebiet von MITNETZ STROM im wahrsten Sinne des Wortes wieder für einige Turbulenzen gesorgt. Das belegen die neuen Zahlen zur Windenergie. Zwar stieg die Anzahl der Windkraftanlagen nur noch gering, dafür ist aber eingespeiste Leistung aus Windenergie abermals angestiegen.

Da mehr Windeinspeisung  nicht automatisch bedeutet, dass auch mehr Strom verbraucht wird, ist in windstarken Zeiten oft zu viel Strom im Netz. In dieser Situation müssen Netzbetreiber wie die MITNETZ STROM immer wieder regulierend eingreifen, um Netzüberlastungen zu vermeiden (Netzsicherheitsmanagement).

So wurde die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2019 insgesamt 357 Mal heruntergefahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 zählte MITNETZ STROM nur 232 Eingriffe. Am häufigsten waren die Netzregionen Sachsen-Anhalt (217 Eingriffe, 2018: 121) und Brandenburg (123 Eingriffe, 2018: 102) betroffen. Rund ein Drittel der Netzeingriffe wurden dabei durch den vorgelagerten Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz angefordert. An 92 Tagen durften Energieerzeugungsanlagen gar nicht oder nicht voll einspeisen, um die Netzsicherheit nicht zu gefährden.


Sicht von dem Kopf eines Windrads auf ein Feld mit zwei weiteren Windrädern


Mehr Netzeingriffe als im Vorjahr

Verantwortlich für den Anstieg der Eingriffe und damit die neuerlichen Rekordzahlen ist das ungewöhnlich windreiche Jahr 2019. Intensive Tiefdruckgebiete haben im Frühjahr und im Herbst für überdurchschnittlich viel Wind gesorgt. Insbesondere das Sturmtief Eberhard wird den meisten im Gedächtnis geblieben sein. In diesem Fall mussten die Einspeiseanlagen länger als 33 Stunden gedrosselt werden.

Dr. Adolf Schweer, der technischer Geschäftsführer von MITNETZ STROM, erklärt: "Insgesamt verzeichneten wir gegenüber dem Jahr 2018 einen Anstieg von acht Prozent der Strommenge aus Wind. Die installierte Leistung der Windkraftanlagen nahm dabei nur ein Prozent zu." 

MITNETZ STROM musst trotz höherer Einspeisung aber weniger eingreifen, als noch in vergangenen Jahren: „Mit 534 Eingriffen war im Jahr 2015 der Wert am höchsten. In jenem Jahr hatte aber unter anderem auch der Orkan Niklas über Deutschland gewütet“, erinnert sich Dr. Schweer.

Die umfangreichen Netzausbaumaßnahmen der letzten Jahre zahlen sich mittlerweile aus und lassen die notwendigen Netzeingriffe tendenziell sinken.  Beispielsweise verbesserte das Umspannwerk Jessen als Übergabe-Umspannwerk zwischen 50Hertz und MITNETZ STROM die Stromversorgung in der Region Wittenberg, Jessen und Falkenberg. Seit 2016 ist es die Schnittstelle zwischen dem Übertragungsnetz von 50Hertz und dem Verteilnetz von MITNETZ STROM. Damit wird gewährleistet, dass die regional erzeugte Energie sicher und effektiv aufgenommen und über das Transportnetz zu den Verbrauchszentren gebracht wird.

Netzstabilität 2019


Unverändert hoher Bedarf an Netzausbau für die Zukunft 

Dr. Schweer sieht noch viel Ausbaupotenzial für die Zukunft: „Es besteht weiterhin ein hoher Bedarf an Netzausbau- und Netzverstärkungsmaßnahmen bis zum Jahr 2030.“

In 2020 schafft MITNETZ STROM deshalb einen weiteren Verknüpfungspunkt zum Höchstspannungsnetz bei Großräschen (Brandenburg) und Querfurt (südliches Sachsen-Anhalt), um das Stromnetz in der Region zu entlasten. Zudem ist eine Modernisierung der Hochspannungsleitung zwischen Marke und Piesteritz (Sachsen-Anhalt) vorgesehen. Im Genehmigungsverfahren ist unter anderem eine Hochspannungsleitung zwischen Klostermansfeld und Aschersleben (Sachsen-Anhalt), bei der zum Teil bestehende Trassen genutzt werden, um größere Strommengen aus erneuerbaren Energien zu transportieren. Auch in Roßleben (Thüringen) arbeitet der Netzbetreiber an einem neuen Umspannwerk.


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