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„Das ist die Zukunft“ – Kundenerfahrung mit FlexHub und der App MyFlex

Regionalen Ökostrom ins E-Auto laden, dabei bares Geld sparen und auch noch das Stromnetz optimal auslasten? Was wie Science-Fiction klingt, hat MITNETZ STROM mit dem Projekt FlexHub längst auf den Weg gebracht. Nachdem zahlreiche Testläufe bei Pilotkunden erfolgreich absolviert wurden, wird nun der nächste Meilenstein gesetzt: Mehr als zehn Teilnehmer stellen in einem Feldversuch einer simulierten Konkurrenzsituation als lokale Abnehmer für Strom aus erneuerbaren Energien dessen volatile Verfügbarkeit für ihre Elektrofahrzeuge auf die Probe.

Geballte Forschungskompetenz - BMWi-gefördert

Bereits seit 2019 arbeiten zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen und Unternehmen an dem Forschungsprojekt „FlexHub – Verteiltes Flexibilitätsdatenregister für Strommärkte der Energiewende“, einem Vorhaben, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi (seit 2022 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz BMWK) gefördert wird. Innerhalb des Projekts wird ein Flexibilitätsdatenregister mit einem Energiemarkt für flexible Verbraucher und Erzeuger entwickelt. Neben MITNETZ STROM sind FGH e.V. (Konsortialführer), Fraunhofer FIT, Fraunhofer FKIE, EnergieDock UG im Unterauftrag der HAW Hamburg, Kiwigrid GmbH und RWTH Aachen die Partner des Forschungsvorhabens.

Um was geht es im Pilotprojekt FlexHub?

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FlexHub steht dabei für die Verbindung von Stromnetz und Flexibilität. MITNETZ STROM will damit Kunden ermöglichen, lokalen Strom aus erneuerbaren Energien gerade dann zu nutzen, wenn er verfügbar ist – wenn also die Sonne scheint oder der Wind weht. Zudem soll das Stromnetz optimal ausgelastet werden. Im Feldversuch von April bis September 2022 soll zum einen erprobt werden, wie sich die Kombination aus Soft- und Hardware verhält, wenn mehrere Abnehmer um den verfügbaren Ökostrom konkurrieren. Zum anderen soll die Testreihe Aufschluss darüber geben, ob das System in der Lage ist, Stoßzeiten, bei denen viele Nutzer gleichzeitig laden wollen, optimal zu managen.

Die Teilnehmer der Feldstudie verfügen als Nutzer eines Elektrofahrzeugs über eine Ladesäule in Form einer hauseigenen Wallbox. Zudem sind sie in ein intelligentes Energiemanagementsystem (EMS) eingebunden, das als einzige Hardware in Form einer kleinen Kommunikationsbox in ihrem Haus installiert wurde. Aufgrund gemessener Daten wird prognostiziert, wann im Netzgebiet die Sonne scheint oder der Wind weht. Daraus lässt sich ableiten, wie viel lokaler grüner Strom im Netz verfügbar ist. Diese Informationen erhalten die Test-Kunden über die MyFlex App, dank deren Hilfe sie wissen, wann sie wieviel Strom zum Laden des Elektroautos nutzen können.

Was die Nutzer sagen: Pilotkunde Robby Kupper im Interview

Einer der Pilotkunden, die sich nun auch am Feldversuch beteiligen, ist Robby Kupper aus dem brandenburgischen Herzberg. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung Cottbus fährt pro Woche zwischen 400 und 600 Kilometer mit seinem Tesla Model 3. Er testet seit Mitte März 2022 das Zusammenspiel von EMS und MyFlex App. Im Interview berichtet er über seine Erfahrungen und Erwartungen im Rahmen des Projekts FlexHub sowie über die Zusammenarbeit mit MITNETZ STROM.

Herr Kupper, wie sind Sie dazu gekommen, sich an dem Pilotprojekt FlexHub zu beteiligen?  

RK: Vor einem dreiviertel Jahr habe ich eine Werbung im Briefkasten gefunden, mit der entsprechende Testpersonen gesucht wurden. Da ich technischen Neuerung gegenüber sehr aufgeschlossen bin, habe ich mich beteiligt.  

Wie ging es dann weiter?  

RK: MITNETZ STROM hat mir im März 2022 eine Wallbox sowie das Energiemanagementsystem im Haus installiert. Dann habe ich die MyFlex App installiert und schon ging’s los.  

Es hat sofort alles reibungslos funktioniert?  

RK: Nein, es gab am Anfang kleinere Startschwierigkeiten. Aber ich habe immer direkt eine Antwort bekommen und die Techniker von MITNETZ STROM haben sofort reagiert. Jetzt läuft alles seit Wochen ohne Probleme.  

Was bringt Ihnen die MyFlex App?  

RK: Sie zeigt mir immer für den nächsten Tag den günstigsten Ladezeitpunkt an. „Günstig“ heißt dabei entweder in Form der geringsten Netzentgelte oder in Gestalt eines niedrigen CO2-Abdrucks. Das kann man wählen. Ich habe mich für die geringen Kosten entschieden.  

Wie funktioniert das?  

RK: Da in Phasen mit hoher Einspeisung aus erneuerbaren Energien auch der CO2-Fußabdruck niedrig ist, kann man als Kunde mit seinem klimaschonenden Verhalten einen Beitrag zur Energiewende leisten. Da zur gleichen Zeit auch die Netzentgelte auf einem niedrigen Tarif liegen, lässt sich hier zusätzlich auch noch Geld sparen.  

Was bedeutet das in der Praxis?  

RK: Die intelligente Software bietet mir die Möglichkeit, die Abnahme des Ökostroms entsprechend meiner persönlichen Bedürfnisse zu priorisieren. Ich sage der MyFlex App, wann ich meine Fahrt beginnen will. Das Energiemanagementsystem gleicht dann den gewünschten Startzeitpunkt und den entsprechenden Zeitrahmen zum Laden mit den Prognosedaten von MITNETZ STROM ab. Die Wallbox lädt mein Auto dann, wenn günstiger Ökostrom zur Verfügung steht.  

Was erwarten Sie von dem Feldtest?  

RK: MITNETZ STROM schafft eine künstliche Konkurrenzsituation und will erproben, wie für eine optimale Abstimmung der Ladevorgänge gesorgt werden kann, wenn viele Kunden gleichzeitig Strom tanken wollen. Das EMS soll die gewünschte Abfahrtszeit und den Zeitrahmen zum Laden mit den Prognosedaten abgleichen und feststellen, wenn gleichzeitig zu viele Elektroautos laden wollen. Dann wird automatisch eine optimalere Zeit vorgegeben.  

Wozu ist das gut?  

RK: So, wie ich es verstanden habe, geht es darum, den lokal erzeugten Ökostrom und den bestehenden Bedarf vor Ort in Einklang zu bringen. Dazu ist es notwendig, die schwankende Erzeugung erneuerbaren Energien mit den zeitlich flexiblen Ladevorgängen der Elektroautos zu synchronisieren und die zeitgleich angefragten Ladevorgänge zu koordinieren. MITNETZ STROM will so seine vorhandenen Stromnetze besser auslasten.  

Glauben Sie, dass das gelingt?  

RK: Ich denke, das ist die Zukunft. Wenn dann noch die Batterien der Elektrofahrzeuge als flexible Speicher genutzt werden ist das eine hervorragende Lösung.

Herr Kupper, vielen Dank für das Gespräch.