Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

Blog

426 Millionen Euro für Netzausbau und Digitalisierung des Stromnetzes

Noch nie waren die Herausforderungen für das Stromnetz höher als heute. Energie-, Wärme- und Mobilitätswende stellen immense Anforderungen an das Stromnetz. Die Einspeisung aus Erneuerbaren Energien bricht jedes Jahr neue Rekorde. Geräte wie Balkonanlagen, Wärmepumpen, Wallboxen für Elektroautos, Klimanlagen oder Energiepeicher boomen. Das gerade erst durch Bundestag und Bundesrat beschlossene Solarpaket I wird diesen Trend nochmals beschleunigen. 

Wie die Energiewende das Stromnetz fordert

Umso wichtiger ist es, dass das Stromnetz mit diesen hohen Anforderungen Schritt halten kann. Zum einen müssen die die immer weitere zunehmenden grünen Stromerzeuger und die neuen Großverbrauchsgeräte auch angeschlossen und deren Einspeisung im Netz transportiert werden können. Zum anderen müssen die komplexen und im Vergleich zu früher deutlich volatileren Energieflüsse gesteurt und geregelt werden, um jederzeit die Balance zwischen Einspeisung und Verbrauch des Stroms und damit auch die Netzfrequenz und die Netzsicherheit zu gewährleisten. 

Das Verteilnetz spielt dabei eine zentrale Rolle, da hier die meisten Erneuerbare-Energien-Anlagen angeschlossen werden, von der Dachsolaranlage bis zum Windpark. Auch steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen, Wallboxen für Elektroautos oder Speicher werden ans Verteilnetz angeschlossen.

Was passiert, wenn man diesen Anforderungen nicht rechtzeitig gerecht wird, konnte man erst kürzlich den Medien entnehmen. Bei den Stadtwerken im Brandenburgischen Oranienburg war plötzlich "das Netz voll ". Die Folge: weder neue Stromhausanschlüsse von Häuslebauern noch neue Erneuerbare Energien können dort derzeit ans Netz gehen.

Rekord - MITNETZ STROM investiert hohe dreistellige Millionensumme

Kran vor einem Hochspannungsmast, in dem mehrere Monteure arbeiten

MITNETZ STROM ist sich dieser hohen Verantwortung als Verteilnetzbetreiber bewusst und plant im eigenen Netz entsprechend vorausschauend. Auch in diesem Jahr setzt das Unternehmen seinen Kurs des massiven Ausbau und der Digitalisierung seiner Stromnetze im entschlossen fort. Mit einer Rekordsumme von beachtlichen 426 Millionen Euro wird die zuverlässige und sichere Stromversorgung der Zukunft gewährleistet. Die Schwerpunkte von MITNETZ STROM sind vor alle die Leistungserhöhung von Hochspannungsleitungen, die Erweiterung von Hochspannungsanlagen sowie die Modernisierung von Trafostationen. Insgesamt werden hierfür in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen um die 426 Millionen Euro investiert. 

Das dies auch dringend erforderlich ist, zeigt ein Blick auf die aktuellen Zahlen hinsichtlich Energie-, Wärme- und Mobilitätswende im Netz der MITNETZ STROM. Denn auch hier jagt ein Rekord den nächsten.

Bereits seit Jahren findet fast überall im Netz der MITNETZ STROM starker Zuwachs an Einspeiseanlagen statt.  Beeindruckende mehr als elf Gigawatt Leistung von Erneuerbarer-Energien-Anlagen sind  mittlerweile installiert. Auch deren Anzahl steigt seit Jahren. Erst kürzlich wurde die 111.111. Anlage von MITNETZ STROM angeschlossen, in der Zwischenzeit sind wir schon wieder einige tausend Anlagen weiter.  Am herausragendsten ist der Anstieg der Balkonanlagen. Im Vergleich zum Jahr 2020 ist die Nachfrage zu Balkonanlagen um 600% gestiegen. Batteriespeicher haben um 70%, Ladeboxen um 25% und Wärmepumpen um 5% zugenommen.   

Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Informationsseite für Einspeiser.

Netzengpässe trotz Netzausbau - erneuerbare Energien müssen abgeregelt werden

Blick auf Monitore der Schaltleitung

Trotz des massiven Netzausbaus ist es immer wieder notwendig, die Einspeisung erneuerbarer Energien zu drosseln, auch bei MITNETZ STROM. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Einspeiseleistung höher als die abgenommene Leistung der Verbraucher ist oder "kein Platz mehr im Netz" ist.

MITNETZ STROM musste allein letztes Jahr im Rahmen des sogenannten Redispatchings gut 1.100 Mal die Einspeisung erneuerbarer Energien ins Stromnetz zeitweise reduzieren. Bei diesen Maßnahmen wurden etwa 400 Gigawattstunden (GWh) im Jahr 2023 reduziert, das entspricht etwa 25 Prozent des jährlichen Energiebedarfs der Stadt Magdeburg. Es kommt vor, dass pro Tag zwischen 1 und 1,5 Gigawatt im Netz der MITNETZ STROM abgeregelt werden müssen. Zum Vergleich: Die gesamte Netzgebietslast bei MITNETZ STROM liegt bei drei Gigawatt.

Netzausbau verringert eigene Eingriffe ins eigene Netz signifikant

Der obere Teil eines Hochspannungsmasts hängt vor blauem Himmel an einem Kran, ein Arbeiter hält ein am Mast befestigtes Kabel

Wichtig dabei zu wissen: etwa 96 Prozent der Netzeingriffe gehen auf Anforderung des vorgelagerten Übertragungsnetzbetreibers zurück. Darauf hat MITNETZ STROM keinen Einfluss, muss aber die Abregelung entsprechend der gesetzgeberischen Vorschriften umsetzen.

Die Menge an abgeregelter Energie, die auf Engpässe im eigenen Netz von MITNETZ STROM zurückzuführen ist, ist im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr dagegen um etwa 50 Prozent zurückgegangen! Das ist ein eindeutiges Zeichen, dass die massiven Netzausbaumaßnahmen der letzten Jahre positive Wirkung zeigen. Für MITNETZ STROM ist es daher wichtig das Netz weiterhin konsequent auszubauen. 

Smartifizierung und Digitalisierung macht Stromnetz zukunftsfit

Neben dem massiven Netzausbau setzt MITNETZ STROM seit Jahren auf die Digitalisierung und Smartifizierung der Netze.  Unter anderem sollen in diesem Jahr 560 neue digitale Ortsnetzstationen neu errichtet werden. Außerdem sollen rund 1.000 bereits gebauten Trafostationen mit digitaler Messtechnik nachgerüstet werden. In den nächsten Jahren sollen 4.000 weitere digitale Trafostationen neu errichtet sowie 1.000 nachgerüstet werden. 

Weitere wichtige Bausteine sind die Virtualisierung unserer Netzinfrastruktur oder die Durchführung diverser Forschungsprojekte und Pilotstudien mit dem Ziel, Monitoring und Steuerung des Netzes zu verbessern und damit eine bessere Auslastung des vorhandenen Netzes und effizienteren Netzbetrieb zu ermöglichen. 

Mehr zur Digitalisierung bei MITNETZ STROM erfahren..

MITNETZ STROM appelliert an Politik zur Schaffung adäquater Rahmenbedingungen

Neben den vielen eigenen Maßnahmen sind für einen Netzbetreiber auch die politischen Rahmenbedingungen bedeutsam. So braucht es zeitgemäße Investitions- und Finanzierungsbedingungen, um den Ausbau der Stromnetze weiter voranzubringen. MITNETZ STROM fordert von der Politik vor allem auch schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, um die Energiewende effektiv zu unterstützen.

Mit einem Blick auf die Zukunft ist für MITNETZ STROM auch die Frage der Fachkräfte immer wichtiger und auf Unterstützung der Politik wird gehofft. Momentan ist der Bedarf an neuen Fachkräften, die bis 2025 bei MITNETZ STROM eingestellt werden sollen, riesengroß. Um die 400 Fachkräfte werden gesucht, darunter unter anderem Netzplaner, Ingenieure und Monteure.

Mehr dazu und offfene Stellen hier